Dieses Training macht aus dir einen besseren Disc Golfer!

Das Wetter ist sonnig, die Laune bestens und mit dem festen Entschluss die eigene Weitwurf Bestmarke zu übertreffen, machst du dich auf den Weg zum Training. Auf dem Platz angekommen greifst du gleich ins äußerste rechte Fach deiner Disc Golf Bag, holst deine schnellsten Scheiben raus und fängst zugleich damit an, deine Drives voll durchzurippen. Auf das Aufwärmtraining verzichtest du ganz bewusst – denn schließlich wirst du nach ein paar „Kraftwürfen“ schon früh genug ins Schwitzen kommen. 😉 Die Folge…

…keine Heldentaten heute…

Du fühlst dich auf frischer Tat ertappt? Dann ist es höchste Zeit, deinen Trainingsansatz von Grund auf an neu zu gestalten.


Mit welchen Scheiben verbringst du die meiste Zeit?

Viele Golfer denken gerne immer ausgehend vom Tee. Erst der Drive, dann die Annäherung und zum Schluss dann „irgendwann“ der Putt. Und in genau dieser Reihenfolge und Gewichtung wird das Training gestaltet:

  • 70% – Drive
  • 20% – Annäherung
  • 10% – Putten

Das Problem bei diesem Ansatz: Deine Wurftechnik passt sich automatisch an die am häufigsten gespielten Wurfscheiben an. Wenn du also 70 von 100 Würfen mit einem Driver machst und nur 10 Würfe mit einem Putter, kannst du dir schnell ausmalen, in welche Richtung sich deine Wurftechnik langfristig entwickeln wird – wahrscheinlich in die falsche!

Denn das Spiel mit Distance Drivers ist immer ein Spiel mit dem Feuer. Zu einfach ist es in der Gier nach mehr Wurfweite zu immer schnelleren und anspruchsvolleren Scheiben zu greifen. Und jetzt mal Hand aufs Herz – wie oft hast du dich schon selber dabei erwischt, im Rekordwahn deine mühsam antrainierte Wurftechnik vollkommen außer Acht zu lassen und gegen brachiale Gewalt einzutauschen? 😉

Mit Puttern hingegen brauchst du dir über unerreichbare Weiten keinerlei Gedanken zu machen. Du spielst sie langsam, geschmeidig und mit viel Feingefühl. Und je mehr Zeit du mit deinen Puttern verbringst, desto mehr wird sich dein Wurfstiel auf diese Scheibenart einstellen. Das überträgt sich automatisch auch auf Mid-Ranges und Distance Drivers. Das bringt dir langfristig nicht nur ein Plus an Präzision, sondern wird dir auch garantiert dabei helfen, deine Wurfweite bedeutend zu erhöhen.

Damit du deinen Wurfstiel optimal entwickeln kannst, haben wir mit dem ständigen Fokus auf Putter und Kurzspiel vier ausgewogene Übungen für dich zusammengestellt. Dein Training beginnt für dich ab sofort direkt am Disc Golf Korb. Der Auffangkorb ist das Ziel und soll im Mittelpunkt deines gesamten Trainings stehen. Du hast keinen Korb? Keine Ausreden! Jeder Laternenpfahl, Baum oder Parkbank kann als Korbersatz dienen.

Bevor du beginnst

Aufwärmtraining ist sicherlich eines der „Unwörter“ unter Disc Golfern. Schließlich haben wir uns den Sport nicht ausgesucht, um leichtathletische Glanzleistungen zu vollbringen. Dennoch – Aufwärmtraining ist wichtig für ein gelungenes Training. Also – Augen zu und durch!

Tipp: „Wenn du mit Freunden unterwegs bist, ist die beste Möglichkeit mit ein paar entspannten Würfen mit einer Catch & Play Disc in Form zu kommen. Durch gezielte flache und höhere Würfe werden Beine, Arme und Rücken schonend gedehnt. Dann noch ein bisschen Stretching und schon bist du bereit für dein Training. Los geht`s!“

Übung 1: Putten

Prima, du bist aufgewärmt und voller Tatendrang. Dann schnapp dir am besten gleich zwei deiner Putter – vorzugsweise das gleiche Model in der gleichen Gewichtsklasse und fang aus einer Entfernung von zwei bis drei Metern an, deine Scheiben in den Auffangkorb zu werfen. Klingt lächerlich? Ist es aber nicht!

Denn zum einen wirst du vielleicht feststellen, dass auch diese „Baby“ Putts schnell mal daneben gehen können. Viel wichtiger ist aber: Du beginnst aus einer Entfernung, aus der du dir keinerlei Gedanken darüber machen musst, dass du sie nicht erreichen kannst. Denn gerade besonders lange Putts, bei denen man schon vor dem Wurf zweifelt, ob man die Stecke bis zum Korb überwinden kann, führen zu Unsicherheiten in der Technik.

Check – du hast zwanzig bis dreißig Putts versenkt und das „Catching“ der Ketten hat dir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert und dir ein Plus an Selbstvertrauen geschenkt? Dann bist du jetzt bereit, die Wurfdistanz schrittweise zu erhöhen. So werden aus drei Metern schnell fünf, acht und schließlich zehn Meter oder mehr.

Bleib beim Putten flexibel. Ändere deine Position, spiel mal mit und mal gegen den Wind oder die Sonne. Markiere dir zum Ende der Übung die Entfernung, bei der dir beim Putten die Luft ausgeht.

Tipp: „Wenn du bemerkst, dass du bei längeren Putts Probleme bekommen solltest, ist es besser die Distanz wieder ein wenig zu verringern, um deine Technik und Nerven nicht überzustrapazieren.“ 😉

Übung 2: Putten – Approach

Während deiner ersten Übung hast du bereits festgestellt, wo deine Grenzen liegen. Das kann von Spieler zu Spieler recht unterschiedlich sein. Während hingegen Profi Disc Golfer ihre Scheiben mit Putt Wurftechniken aus 20 bis 30 Metern im Korb versenken, kann die maximale Putt Reichweite von „normalsterblichen“ Golfern bereits bei 10 oder 15 Metern erreicht sein.

Wichtig ist, dass du deine Leistung richtig einschätzen kannst und weißt, wann es Zeit für dich ist zur Backhand oder Sidearm Wurftechnik überzugehen. Genau an dieser „magischen“ Barriere beginnt deine zweite Übung.

Greif dir am besten fünf baugleiche Putter. Schließlich willst du ja auch dein Training voll auskosten und deine Zeit nicht mit Scheiben aufsammeln verdödeln. Beginne dein Annäherungstraining also aus möglichst naher Distanz und am besten zunächst von einer gleichbleibenden Abwurfposition. So schaffst du stets gleichbleibende Bedingungen und kannst gelungene Würfe verstetigen und Fehlversuche gegebenenfalls korrigieren.

Um das Putten nicht aus den Augen zu verlieren, puttest du alle Scheiben, die bei deiner „Kurz-Annäherung“ ihr Ziel verfehlt haben mit deinem zweiten Wurf nach. Dadurch bleibst du im Putt-Flow und lernst die Risiken eines zu kraftvoll ausgeführten Backhand Approaches auszubügeln. Wenn du merkst, dass alles gut verläuft, ist es Zeit die Distanz ein wenig zu erhöhen.

Wirf am besten 50 Approaches aus 30, 40 und 50 Meter Entfernung mit anschließendem Putt. Du kannst dir natürlich auch eigene Herausforderungen ausdenken, wie zum Beispiel eine maximale Wurfanzahl von zwei Würfen. Das sorgt für Spannung im Training und schärft deine Konzentration.

Läuft noch alles nach Plan? Super, dann ist jetzt die Zeit gekommen anstelle der geraden Annäherungen Hyzer und Anhyzer zu werfen. Gehe dazu wieder zurück auf deine maximale Putt Distanz aus der ersten Übung und übe die Kurvenwürfe. Selbstverständlich hast du immer noch keine anderen Scheiben als deine Putter in der Hand, die du auch schön brav bis zum Ende einputtest.

Irgendwann wirst du an den Punkt gelangen, an dem es für dich keinen Sinn mehr macht die Approaches mit einem Putter zu werfen. Markiere dir auch wieder diese Entfernung.

Übung 3: Putten – Approach – Mid-Range Drive

Hervorragend, du hast dich bis auf eine Entfernung von 50 Metern behutsam und entspannt auf alle möglichen Spielsituationen eingestellt, die dich auf einem gut designten Disc Golf Parcours erwarten können. Damit hast du bereits das wichtigste geschafft und könntest rein theoretisch schon nach Hause gehen. Kommt nicht in Frage? Hätten wir auch nicht von dir gedacht. Weiter geht’s!

Nimm dir fünf gleiche Mid-Ranges und zwei Putter deiner Wahl und begib dich auf die in Übung zwei markierte Position. Versuche jetzt deine Mid-Ranges mit gezielten Drives möglichst nah an den Disc Golf Korb zu bringen. Bereits an dieser Stelle wirst du merken, wie wertvoll dein vorheriges Annäherungs- und Putt Training mit Puttern ist. Bleibe bei deinem antrainierten Ablauf mit geraden Würfen, Hyzern und Anhyzern.

Steigere nach und nach die Wurfentfernungen – je nachdem wie gut die Vorrunde gelaufen ist. Gängige Mid-Range Entfernungen liegen zwischen 50 – 80 Metern, wobei erfahrenere Golfer Mid-Range Scheiben auch gut und gerne auf 100 Meter spielen. Auch ist jetzt die Zeit gekommen, deine Wurfkraft mit einem lockeren X-Step zu steigern. Die beiden jeweils am weitesten Entfernten Scheiben eines Durchgangs spielst du mit deinen Puttern zu Ende. Zum Schluss markierst du dir auch wieder die Entfernung, aus der dir mit deinen Mid-Ranges die Puste ausgeht.

Tipp: „Bleib realistisch! Wenn du merkst, dass deine Würfe mit Mid-Ranges unkontrolliert werden, oder du sie nicht auf Entfernungen von 80 Meter bringst, dann macht es keinen Sinn für dich noch schnellere Scheibenmodelle zu spielen. Im Gegenteil: Geh lieber wieder eine Übung zurück, schnapp deine Putter, verringere die Distanz und arbeite an deiner Wurftechnik.“

Übung 4: Putten – Approach – Distance Drive

Check! Du hast bis auf 80 Meter deine Mid-Ranges wohlkontrolliert und entspannt in Richtung Auffangkorb gebracht? Die Putter Annäherung und das Putten haben auch noch gut geklappt? Dann hast du es dir jetzt verdient, deine „Bad Boys“ ins Spiel zu bringen und neue Weitenrekorde anzustreben.

Doch aufgepasst – auch in der vierten Übung gehören Annäherung und Putten wieder zum Pflichtprogramm. Muss das unbedingt sein fragst du dich jetzt vielleicht? Ja es muss – und zwar unbedingt! Denn weite – aber dafür unkontrollierte Distance Drives sind im Feld vollkommen wertlos.

Krall dir am besten fünf deiner Fairway oder Distance Drivers, zwei Mid-Ranges, zwei Putter und starte bei der Markierung aus der dritten Übung. Wichtig: Lass es langsam angehen. Bleib entspannt und versuche deinen mit Puttern und Mid-Ranges antrainierten Wurfstiel, jetzt auch auf deine Distance Drives zu übertragen.

Je nachdem wie es um dein persönliches Skill-Level und die Gegebenheiten vor Ort bestellt ist kannst du die Wurfentfernung schrittweise auf bis zu 150 Meter steigern. Und warum sollte es auch dieses Mal anders sein? Du wirfst fünf Drives und die beiden schlechtesten Würfe wählst du für deine Annäherung aus. Je nachdem wie weit du vom Korb entfernt bist greifst du für die Annäherung zu deinen Mid-Ranges oder Puttern.


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