Mit diesen Tipps meisterst du jeden Wald!

Disc Golf mitten im Wald ist echt cool! Die vielen Bäume und super engen Flugschneisen treiben das Action Level förmlich durch die Decke. Und es kommt noch besser: Wald Fairways sind meistens deutlich kürzer als offene. Dadurch können auch Newcomer den Korb direkt angreifen. Alles easy also? No way! Denn auch auf einer „lächerlichen“ 50 Meter Bahn kann es nur allzu leicht Triple-Bogeys wie am Fließband hageln.

Spiele Flugschneisen immer mittig an

„Ganz toller Tipp!“ – denkst du jetzt vielleicht? Als wenn es nicht selbstverständlich wäre, dass man eine Flugschneise immer mittig nehmen sollte. Aber ist es das wirklich?

Hand aufs Herz, wie oft hast du dich schon selber dabei erwischt, eine doch recht großzügige 10 Meter breite Flugschneise mit einem direkten Baumtreffer an einer der beiden Seiten zu verschenken? Und wir legen sogar noch einen drauf. Selbst auf halb offenen Bahnen, bei denen sich ausschließlich entweder rechts oder links des Fairways Bäume erheben, versenkt man seine Scheiben immer wieder im Unterholz. Kopfkino – das ist dann mal so richtig ärgerlich. 😉

Woran liegt das bitteschön? Klar, Wurffehler gehören zum Alltag und stellen sicherlich die Hauptursache dar. Aber oftmals ist es auch einfach die pure Gier nach mehr, die uns dazu verleitet die Lines noch enger und aggressiver zu legen, als es einem gut tut. Schließlich will man ja nicht nur die Hauptschneise treffen, sondern auch die dahinterliegenden Hindernisse gleich mit klarmachen, um so noch näher zum Korb zu gelangen.

Aber auch die schlichte „Ignorierung“ der fatalen Folgen eines Baumtreffers führen zu Fehlern. Daher gilt:

  • Halte dich am besten immer an die goldene Regel und halte so viel Abstand wie möglich zu den Bäumen.

Tipp: „Während des laufenden Spiels vergisst man häufig, sich an diese Regel zu halten. Geh bei deiner nächsten Waldpartie ruhig mal etwas taktischer vor. Nimm dir Zeit für die Planung deiner Route. Besprich mit deinen Freunden deine Taktik für die jeweilige Bahn und erinnert euch gegenseitig an euer Ziel.“

Werfen mit Anlauf oder aus dem Stand?

Im Wald ist Präzision alles. Denn bereits minimale Abweichungen in der Wurfrichtung oder im Abwurfwinkel deiner Disc können fatale Folgen für dich haben. Besonders problematisch ist, dass die Seitenabweichung oftmals sogar noch mit jedem weiteren Meter an Flugweite zunimmt.

Wenn du beispielsweise bei einem geraden Wurf bereits nach 10 Metern „nur“ 2 Meter von deiner geplanten Line zur Seite abgekommen bist, dann kann die Abweichung bei 50 Metern unter Umständen bereits bei stolzen 10 Metern liegen. „KLOCK“ und aus – heißt es dann so oft.

Schön und gut. Aber wie steigere ich denn nun meine Präzision? Hierfür gibt es gleich mehrere Möglichkeiten. Eine einfache, dafür aber sehr effektive Möglichkeit ist die Frage, ob du deinen Wurf mit Anlauf, oder doch lieber aus dem Stand ausführen solltest.

  • Würfe aus dem Stand sind grundsätzlich erst einmal viel präziser. Schließlich ist der Boden im Wald nicht immer eben. Es gibt kleine Kuhlen, Wurzeln, Äste, Zweige und noch viele andere Dinge, die einen Wurf mit Anlauf im Wald erschweren. Und selbst ohne diese natürlichen Hindernisse bleiben Würfe mit Anlauf schwieriger. Das Timing ist anspruchsvoll und da dein Körper viel mehr in Bewegung ist als bei einem Standwurf, steigt die Fehleranfälligkeit.

Aber: Auch Würfe aus dem Stand haben ab einem gewissen Grad ihre Nachteile. So kannst du bei einem Standwurf im Vergleich zum Wurf mit Anlauf deine Körperkraft nicht ansatzweise so gut nutzen. Das führt dazu, dass du ab einer gewissen Entfernung – diese liegt in der Regel bei ca. 65 Metern – dazu gezwungen wirst bei einem Standwurf mehr zu „arbeiten“, als du es normalerweise machen würdest.

  • Bei Würfen mit Anlauf hingegen generiert dein Körper mehr Kraft und du kannst die Wurfausführung langsamer und kontrollierter ausführen, als bei einem Standwurf auf die gleiche Entfernung.

Tipp: „Am besten du entscheidest unter Abwägung aller Faktoren immer individuell vor jedem Wurf, welche Variante für die jeweilige Spielsituation für dich am besten geeignet ist.“

Backhand vs. Sidearm

Es versteht sich von selbst, dass die Präzision die du mit einer bestimmten Wurfart erzielen kannst in erster Linie davon abhängt, wie gut du sie beherrschst. Und genauso selbstverständlich ist es, dass die Auswahl deiner Wurftechnik auch von den jeweiligen Gegebenheiten vor Ort abhängt.

Wenn man die persönlichen Vorlieben und die spezielle Spielsituation jedoch einmal vollkommen außer Acht lässt kann man folgendes feststellen: Sidearms sind für dichte Wälder mit engen Fairways besser geeignet als Backhand Würfe!

Warum? Ganz einfach: Bei Ausführung eines Sidearms behältst du während der gesamten Ausholbewegung das Ziel klar im Fokus. Dadurch verlierst du nie die Kontrolle und kannst deine Disc schön gezielt auf die gewünschte Line bringen.

Bei einem Rückhandwurf hingegen verliert man beim Ausholen kurz das Ziel aus den Augen. Dieser „Präzisionskiller“ kann sich schnell negativ auf dein Spielergebnis auswirken. Mit ein wenig Übung kannst du diesen Nachteil überwinden:

  • Probiere doch einfach mal bei deinem nächsten Rückhandwurf aus, deinen Kopf während des Ausholens nicht vom Ziel abzuwenden. Zugegeben – das fühlt sich am Anfang sehr ungewohnt an und bedarf spezieller Übung. Auch verlierst du so leider einiges an „Power“, da die fehlende Kopfbewegung deine natürliche Ausholbewegung ab einer bestimmten Position blockiert. Dafür behältst du aber das Ziel in den Augen und kannst deine Disc gezielt platzieren.

Tipp: „Langfristig gesehen ist es vorteilhaft, wenn du deine Trainingszeit auf alle Wurftechniken gleichermaßen gut verteilst. Disc Golf im Wald ist derart vielfältig und komplex, dass du manchmal bestimmte Spielsituationen mit nur einer Wurftechnik einfach nicht sinnvoll lösen kannst.“

Tree Love

Als „Baumliebe“ werden beim Disc Golf glücklich verlaufene Abpraller von Bäumen bezeichnet, die deine Disc zurück auf den Fairway und im Idealfall sogar direkt in den Auffangkorb befördern. Das kommt in einer spannenden Waldrunde nicht allzu selten vor.

Aber die hölzernen Waldbewohner meinen es nicht immer gut mit einem. Viel häufiger kommt es zu diesen unliebsamen Baumtreffern, die einen geradewegs in die Hölle führen und daher besondere Aufmerksamkeit verdienen.

Wie sich deine Scheibe nach einem Baumtreffer verhalten wird ist von vielen Faktoren abhängig und nur schwer vorhersehbar. Allerdings gibt es auch hier einige Gesetzmäßigkeiten, die du relativ einfach für deine Spieltaktik nutzen kannst.

  • Ein wichtiger Faktor ist die Fluggeschwindigkeit und die damit verbundene Wucht mit der deine Scheibe das Hindernis trifft. Power-Würfe sind dabei grundsätzlich besonders gefährlich. Ehe du dich versiehst bist du bereits so richtig weit vom Schuss abgekommen. Der gleiche Baumtreffer nur mit einem weniger kraftvoll ausgeführten Wurf wird dich hingegen nicht so weit vom Kurs abbringen.

Neben der Härte des Wurfes gibt es aber noch einige weitere Faktoren, die über den Ausgang eines Abprallers entscheiden. Es handelt sich dabei um die Spin-Richtung deiner Disc, die Flugeigenschaften, den Aufprallwinkel und den genauen Punkt, an dem sie das Hindernis trifft.

Gehen wir einfach mal davon aus, dass du Rechtshänder bist und einen Rückhandwurf ausführst. In diesem Fall dreht sich deine Scheibe rechts herum im Uhrzeigersinn.

  • Bei einem direkten und mittigen Baumtreffer ist die Sache recht klar. Du kannst davon ausgehen, dass deine Disc sofort gestoppt wird und höchstwahrscheinlich einfach zu Boden fällt.
  • Anders verhält es sich, wenn du den Baum nicht mittig, sondern an der rechten Seite erwischst, oder auch nur leicht streifst. In diesem Fall wird deine Scheibe zunächst nach rechts abgelenkt, dann aber höchstwahrscheinlich ihren Weg zurück nach links auf den Fairway finden. Natürlich nur, wenn sie auf ihrem „Umweg“ nicht noch Bekanntschaft mit anderen Bäumen macht. Bei einem rechtsseitigen Treffer hast du also immerhin noch die Chance aufs „Happy Land“.
  • Besonders kritisch sind rechtshändige Rückhandwürfe, die ein Hindernis auf der linken Seite treffen oder streifen. Hier wird deine Scheibe „wilde Sau“ spielen und ungezügelt nach links ausbrechen. Wenn es sich dann zu allem Übel noch um ein nach links abfallendes Terrain handelt – dann heißt es schnell mal „Goodbye my Darling“.

Klar, es ist nicht schön sich bereits vor dem Wurf Gedanken über ein mögliches Versagen und dessen Folgen zu machen. Aber es ist sinnvoll und kann dir dabei helfen, dich für eine Wurfschneise zu entscheiden. Außerdem gibt es in dichten Wäldern meistens auch immer Bereiche, in denen du auf keinen Fall landen möchtest. Den Ausgang eines möglichen Abprallers in deine Flugroutenbewertung mit einfließen zu lassen, kann dir dabei helfen, diese Bereiche aktiv zu meiden. Und warum alles dem reinen Zufall überlassen, wenn du mit einer guten Schneisentaktik ein paar wertvolle Würfe einsparen kannst?

Es sind aber nicht immer nur diese massiven Holzstämme, die dich ins (Un)Glück versetzen können. Manchmal reicht schon ein strohhalmdünnes Ästchen, um eine Traumannäherung in einen Alptraum zu verwandeln. Gerade in der Winterzeit, wenn die Bäume ihre Blätter verloren haben, sind diese Mini-Hindernisse leicht zu übersehen. Bleib also immer aufmerksam und achte auf jedes Detail!

Tipp: „Falls du gleich mehrere dieser kleinen „Unruhestifter“ entdecken solltest und du dir nicht sicher bist, ob du sie umspielen kannst – kein Problem! Greif dir einfach eine hochgewichtige overstable Disc und rasiere sie mit einem Power-Wurf einfach ab!“ 😉

Hilfe, ich stecke fest!

Wenn man einen längeren Waldparcours spielt ist es nur eine Frage der Zeit bis es endlich heißt: „Verdammte Scheiße – jetzt bin ich so richtig am Arsch!“ Es ist der Augenblick, an dem du bis zu den Schultern im Dickicht stehst, sich die Dornen der Sträucher in deine Haut bohren oder du auf einmal von so vielen Bäumen umringt bist, dass man meinen könnte dein zweiter Vorname wäre „Tarzan“.

Wenn das passiert hast du genau zwei Möglichkeiten, um Herr bzw. Frau der Lage zu werden. Entweder du setzt alles auf eine Karte und versuchst das „Unmögliche“ wahr werden zu lassen. Mit breiter Brust entscheidest du dich für den Angriff und riskierst dabei alles. Denn wenn du dich überschätzt triffst du gleich das nächste Hindernis, verschenkst dabei einen Wurf und landest vielleicht in einer noch ungünstigeren Position. Macht aber nichts! Immerhin muss jeder von uns früher oder später einmal die unliebsame Bekanntschaft mit einem Triple-Bogey machen. 😉

Die Alternative zu diesem Risikoansatz ist es, einen „Befreiungswurf“ zu machen. Anstelle zu versuchen näher ans Ziel zu kommen, konzentrierst du dich darauf, deine Disc wieder auf eine Position auf dem Fairway zu bringen, von welcher aus du freie Bahn für deinen nächsten Wurf hast. In diesem Fall „verschwendest“ du zwar einen Wurf, bist dafür dann aber auch auf der sicheren Seite.

Zugegeben: Einen Befreiungswurf zu machen, fühlt sich doch irgendwie wie so eine Art freiwillige „Kastration“ an. 😉 Man verschenkt Weite und – falls du kein begnadeter Putter bist – womöglich auch gleich das PAR.

Diejenigen unter euch, die jedoch schon einmal so richtig in die „Unterholz-Risikofalle“ getappt sind wissen wie schmerzhaft es sich anfühlt, wenn man nach dem zweiten gescheiterten Wurf immer noch im Dickicht steht und langsam aber sicher anfängt in Panik zu verfallen.

Tipp: „Wenn du dich für einen Befreiungswurf entscheidest, dann mach ihn auch mit Liebe. Wie oft haben wir schon gesehen, dass ein halbherzig ausgeführter fünf Meter langer Befreiungswurf dann auf einmal doch hinter dem nächsten Baum landet? Keule, dann hast du wirklich allen Grund dazu, dich mal so richtig schön aufzuregen.“

Finde die richtige Flughöhe

Ein weiterer wichtiger Faktor für deine Spieltaktik ist es, dich für die richtige Flughöhe zu entscheiden. Du hast die Wahl: Entweder du entscheidest dich für einen flachen, dafür aber harten Wurf. Oder du wirfst deine Disc höher hinaus – dafür aber langsam und mit weniger Kraft – und profitierst von einer längeren Glide-Phase. So kommst du mit einem langsam ausgeführten und damit fehlerunanfälligeren Wurf dank des längeren Glides auf die gleiche Entfernung wie mit dem flachen Power-Shot. Beide Taktiken haben ihre Vor- und Nachteile.

  • Im Abschnitt „Tree Love“ sind wir ja bereits näher darauf eingegangen, dass je härter ein seitlicher Baumtreffer ist, desto weiter deine Scheibe zur Seite wegspringt. Das betrifft vor allem die zuvor genannten flachen Power-Würfe.
  • Auf der anderen Seite wird eine Disc, die einen Baum in großer Höhe trifft wiederum viel weiter vom rechten Weg abkommen, wie der gleiche Treffer nur in niedriger Höhe. Das ist ein Nachteil von hoch gespielten Schneisenwürfen.

Fassen wir also kurz zusammen: Heftige und gleichzeitig auch noch hohe Baumtreffer machen großes „Aua“. Bei langsamen und flachen Treffern kommst du hingegen vielleicht nur mit einer kleinen „Schramme“ davon. Welche Variante für dich und die jeweilige Spielsituation den besten Erfolg verspricht hängt neben den Gegebenheiten vor Ort vor allem von einer Sache ab: Dem Wetter!

  • Wenn es zum Beispiel sehr windig ist, sind diese entspannten „ich lass meine Scheibe mal schön segeln“ Würfe in großer Höhe mit stable und understable Discs in den meisten Fällen nicht sinnvoll. Hierfür ist es besser overstable Discs zu nehmen und diese dann schön flach und hart durch die Schneisen zu prügeln.

Tipp: „Wunderschöne sachte und geschmeidige „Ultra Glide“ Würfe lassen sich besonders gut mit Discraft Comet und Impact meistern. Wenn es hingegen so richtig „ungemütlich“ wird eignen sich vor allem Buzzz, Wasp und Zombee dazu, um aus dem Boden herausragende Regenwürmer in zwei Hälften zu zerlegen.“ 😉

Best Practice

Im dichten Wald stets die volle Kontrolle zu behalten, ist eine nette Herausforderung. Die Bahnen sind zwar oftmals kurz und nicht selten mit einem Wurf machbar. Wer allerdings schon einmal eine kerzengerade 100 Meter Baumalle gespielt hat weiß, dass dies selbst erfahrenen Pros die Sorgenfalten ins Gesicht treibt.

Das wichtigste ist, dass du lernst die Vor- und Nachteile einzelner Flugschneisen und Fenster für dich gegeneinander abzuwägen. Wenn du dein Spiel aufmerksam beobachtest wirst du schnell dahinter kommen, welche Taktik für dich die beste ist.

Tipp: „Um im Wald zu überleben musst du nicht nur präzise werfen können, sondern auch in der Lage sein, den Fairway richtig zu lesen. In jedem Fall ist es absolut erforderlich, gerade werfen zu können! Falls du Probleme damit hast – ab auf’n Platz und üben, üben, üben…“

Übrigens: Es kommt nicht selten vor, dass ein Wurf komplett anders verläuft als geplant. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn du dich für Flugschneise „A“ entscheidest, verreißt und dann deine Scheibe durch pures Glück im Unglück rein zufällig über Schneise „B“ doch noch ans Ziel gelangt. (K)ein Grund zur Freude? Wie hart bist du zu dir selbst? 😉


Füge einen Kommentar hinzu

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.