Praktische Tipps für Lehrerinnen und Lehrer

Wenn es darum geht Neuland zu erschließen, steht man oftmals wie der Ochse vor dem Berg. Damit dir das nicht passiert haben wir für dich in diesem Artikel alle nötigen Informationen zusammengestellt, die du für dein erstes Training benötigst. Folgende Aspekte sind zu beachten:

  • Art der Wurfscheiben
  • Anzahl an Wurfscheiben
  • Spiel- und Trainingsansätze
  • Spielorte

Art der Wurfscheiben

Für eine gelungene Spiel- oder Trainingseinheit ist es wichtig, geeignete Wurfscheiben einzusetzen. Scheiben werden in vier Distanzklassen eingeteilt:

  • Distance Drivers (Sehr hohe Fluggeschwindigkeiten)
  • Fairway Drivers (Hohe Fluggeschwindigkeiten)
  • Mid-Range Discs (Mittlere Fluggeschwindigkeiten)
  • Putt & Approach Discs (Langsame Fluggeschwindigkeiten)

Grundsätzlich gilt: Für jüngere Spielerinnen und Spieler im Alter zwischen 6 – 10 Jahren sind Putter am besten geeignet, da sie am einfachsten zu handhaben sind. Mit zunehmenden Alter und besseren physischen Voraussetzungen können dann auch schnellere Scheiben ausgegeben werden. Gleiches gilt für wiederkehrende und intensive Disc Golf Trainings.

Bei Spielgruppen mit Problemen hinsichtlich der Einhaltung von Sicherheitsabsprachen – unabhängig von der Altersstufe – empfiehlt sich die Verwendung langsamerer Scheibenmodelle, da hierbei die Verletzungsgefahr deutlich reduziert wird. Folgende Scheibenarten sind für die jeweiligen Altersklassen grundsätzlich geeignet:

  • 6 – 10 Jahre (Putt & Approach Discs, Mid-Range Discs)
  • 11 – 15 Jahre (Putt & Approach Discs, Mid-Range Discs, Fairway Drivers)
  • 15+ Jahre (Putt & Approach Discs, Mid-Range Discs, Fairway Drivers, Distance Drivers)

Ausführlichere Informationen zu den Unterschieden zwischen den einzelnen Distanzklassen findest du hier.

Anzahl an Wurfscheiben

Die Auswahl der geeigneten Anzahl an Scheiben für die erste Disc Golf Einheit ist von ganz entscheidender Bedeutung. Denn zu viele Scheiben können unter Umständen zu Übertretung von Sicherheitsabsprachen führen, während hingegen zu wenige Discs womöglich eine Nichtauslastung der Schülerinnen und Schüler zur Folge haben können. Es gilt also die richtige Balance zu finden.

Ausschlaggebend für die Ermittlung der optimalen Anzahl an Wurfscheiben ist hingegen der ersten Erwartungen nicht die Gruppenstärke, sondern die Fähigkeit der Kinder und Jugendlichen Regeln und Absprachen – insbesondere zur Sicherheit – einzuhalten. Wir haben festgestellt, dass das Alter der Teilnehmenden dabei zwar eine Rolle spielt, aber nicht maßgeblich ist. So kann es in der Praxis manchmal durchaus Sinn machen, in einer 10er Gruppe mehr Scheiben zu spielen, als in einer Gruppe bestehend aus 30 Spielerinnen und Spielern.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Frage, ob es sich um eine Spiel- oder Trainingseinheit handelt und an welchem Ort gespielt wird. Vereinzelte und unregelmäßige Disc Golf Einheiten beispielsweise in benachbarten Park- oder Waldgebieten sprechen eher für den Einsatz einer geringeren Scheibenanzahl. Im Gegensatz zu einer intensiven Trainingseinheit auf dem Sportplatz, zum Beispiel in Form eines Projekt- oder Freizeitangebotes mit regelmäßigen Trainingszeiten. Hier sind gleich eine Vielzahl an Wurfscheiben erforderlich, um bestmögliche Trainingsergebnisse zu erzielen.

Spiel- und Trainingsansätze

Disc Golf soll eine spannende Abwechslung zum klassischen Sportunterricht darstellen. Und gerade wenn sportschwache Kids mit dabei sind, raten wir von einem intensiven Aufwärm- und Konditionstraining wie zum Beispiel mit ein paar „Warmlaufrunden“ um den Sportplatz dringend ab.

Ziel des Trainings soll es sein, dass die Kinder und Jugendlichen Sport machen, ohne es bewusst wahrzunehmen. Gerade für Sportmuffel und benachteiligte Schülerinnen und Schüler sollte eine Disc Golf Einheit frei von offensichtlichen körperlichen Barrieren aufgebaut sein. Das sorgt einerseits für eine gute Motivation und verhindert negative psychologische Verknüpfungen mit dem Thema Disc Golf.

Die besten Ergebnisse haben wir mit stärken- und handlungsorientierten Ansätzen erzielt. Mal abgesehen von der Belehrung über die Regeln zur Sicherheit funktioniert der Einstieg in Disc Golf am besten spielerisch. Es soll nicht um die perfekte Ausführung der Technik gehen. Im Gegenteil: Umfangreichere Theorieeinheiten und Technikerläuterungen „langweilen“ die Kids nur und können sogar zu Verunsicherungen führen. Vielmehr solltest du deine Überlegungen darauf ausrichten, für möglichst viel Spaß und Action zu sorgen. Die Kids lieben es, Wettkämpfe auszutragen und Rekorde aufzustellen.

Jegliche Form von Kritik sollte – wenn möglich – weggelassen werden. Das entspricht nicht dem Disc Golf Spirit! Schließlich wollen wir die Schwachen stärken, motivieren und zu den Gewinnern des Tages machen. Im Disc Golf siegt stets Geschicklichkeit und Feingefühl über reine Körperkraft.

Für ein bestmögliches Spielerlebnis ist es wichtig, die Kinder und Jugendlichen nicht zu überfordern – was einem erfahrenen Disc Golfer schnell mal ungewollt passieren kann. Daher sollten die Wurfentfernungen passend zur Altersgruppe zunächst einmal einfach festgesetzt werden. Folgende Bahnlängen haben sich in der Praxis für Anfänger bewährt:

  • 6 – 10 Jahre (30 – 50 Meter)
  • 11 – 15 Jahre (50 – 80 Meter)
  • 16 – 25 Jahre (50 – 150 Meter)

Spielorte

Das Schöne am Disc Golf ist, dass man es überall spielen kann – nun ja, sagen wir mal fast überall. Je nachdem, wie es um die Gegebenheiten vor Ort (Jahreszeit, Stadt oder ländliche Region, Parks, Wälder, Sportplätze und Hallen) bestellt ist, ergeben sich viele unterschiedliche Möglichkeiten.

Je mehr Platz zur Verfügung steht, desto besser. Allerdings sollten ausreichend natürliche Hindernisse wie Bäume, Laternenpfeiler oder ähnliches vorhanden sein, um ein möglichst spannendes Spielerlebnis zu erzielen. Super geeignet für einen spannenden Einstieg sind „Abenteuerausflüge“ in Wälder oder Stadtparks.

Bei der Auswahl des Spielortes solltest du besonders darauf achten, wie es um die Vegetation bestellt ist. Ein dicht zugewucherter Wald mit hochgewachsenen Bodendeckern ist für den Anfang eher ungeeignet. Denn schließlich soll die Zeit aktiv zum Spielen und nicht mit der Suche nach verworfenen Wurfscheiben verbracht werden.