Stell dir dein eigenes Disc Golf Set zusammen!

In den meisten Sportarten braucht man exzellentes Equipment, um Höchstleistungen zu vollbringen. Allerdings muss die Ausrüstung nicht nur von hochwertiger Qualität sein, viel wichtiger ist dabei noch, dass sie auch zu dir passt. Und das ist oftmals gar nicht so einfach zu bewerkstelligen. In diesem Beitrag haben wir alle Infos für dich vorbereitet, die du brauchst, um dein eigenes perfektes Disc Golf Set zusammenzustellen. Let’s go!

So viel wie nötig – so wenig wie möglich!

Bereits bei der Frage wie viele unterschiedliche Scheiben man benötigt, um erfolgreich zu Golfen gehen die Ansichten ziemlich auseinander. Manche Spieler ziehen gleich ganze Wagen vollgestopft mit einer Vielzahl an unterschiedlichen Scheiben hinter sich her. Andere wiederum gewinnen Wettkämpfe und haben nur eine Handvoll Scheiben dabei. Fakt ist: Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile. Diese musst du bei deiner eigenen Scheibenwahl gegeneinander abwägen. Diese Gründe sprechen dafür, möglichst viele unterschiedliche Scheiben zu spielen:

  • Jede Disc hat individuelle Flugeigenschaften. Einige eignen sich für besonders weite Würfe, andere für flache und wiederum andere für starke Kurvenwürfe. Je mehr unterschiedliche Scheiben du in dein Set aufnimmst, desto mehr Wurfmöglichkeiten eröffnen sich dir.
  • Disc Golf Scheiben fliegen jedoch nicht nur unterschiedlich, sie liegen auch anders in deiner Hand. Beides führt dazu, dass sich der gleiche Wurf mit zwei verschiedenen Scheiben manchmal wie Tag und Nacht unterscheidet. Wenn du viele unterschiedliche Scheiben spielst entwickelst du einen vielseitigen Wurfstiel. Du bindest deine Technik nicht an ein paar ausgewählte Scheiben, sondern bleibst flexibel.
  • Je mehr Scheiben du ausprobierst, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass du eine findest, die noch besser zu dir passt. Das wichtigste aber ist: Eine neue Disc das erste Mal auszuprobieren macht unheimlich viel Spaß! Und wenn die Würfe dann auch noch gelingen und es sich zudem noch gut für dich anfühlt, dann hast du schon gewonnen.

Du siehst, viele verschiedene Scheiben am Start zu haben, bringt Vorteile mit sich. Es gibt aber auch genauso viele gute Argumente die dafür sprechen, deine Scheibenauswahl möglichst schlank zu gestalten:

  • Weniger Scheiben führen dazu, dass du mehr Zeit mit jeder einzelnen von ihnen verbringen kannst. Dadurch lernst du sie viel besser kennen. Du verstehst ihre Flugeigenschaften, kannst die Flugbahnen besser einschätzen und weißt genau, wie sich deine Disc in bestimmten Situationen verhalten wird.
  • Je weniger Scheiben du spielst, desto einfacher kannst du dich für eine von ihnen entscheiden. 😉 Mal angenommen du spielst eine Bahn mit 3 möglichen Flugschneisen. Wenn du dann noch 4 verschiedene und gleichermaßen gut geeignete Scheiben für diesen Wurf bei dir hast ergeben sich daraus schon mal 12 Kombinationsmöglichkeiten. Je mehr Scheiben, desto schwieriger wird es für dich, dich für eine von ihnen zu entscheiden. Das kann einen schon mal schnell aus dem eigenen Spielfluss reißen.
  • Ständiges und übertriebenes Wechseln der Scheiben während eines Wettkampfes ist „unvorteilhaft“ für dein Spiel. Denn eine im Wettkampf frisch eingewechselte Disc ist immer „cold“ am Anfang. Du musst dich zunächst erst wieder an sie gewöhnen. Je nachdem wie gut du mit der Disc vertraut bist, wie die Bedingungen vor Ort sind und wie du an dem Tag so drauf bist können hierfür gleich viele Würfe erforderlich sein. Die hast du im Turnier natürlich nicht. Wenn du dich hingegen für nur wenige Scheiben entscheidest, dann sind diese gleichermaßen „hot“. Du spielst sie Bahn für Bahn und hast dich an sie gewöhnt. Das gibt dir Sicherheit und Selbstvertrauen und ist gut für deinen Spielfluss.
  • Der größte Vorteil an einem kleinen Scheibenset besteht darin, dass du förmlich dazu „gezwungen“ wirst deine Scheiben voll auszuspielen. Während die „Discjockeys“ für einen Hyzer, Straight Shot und Anhyzer höchstwahrscheinlich zu drei unterschiedlichen Scheiben greifen werden ist der „Minimalist“ dazu gezwungen alle Würfe über die Wurftechnik und nicht über die Scheibe allein zu regeln. Dadurch lernst du viel mehr über die unterschiedlichen Abwurfwinkel, was dich wiederum zu einem flexibleren und vielseitigeren Disc Golfer macht.

Unsere Empfehlung: „In der Anfangsphase solltest du es nicht übertreiben. Konzentriere dich zunächst auf einige ausgewählte Modelle. Von den Scheiben, die dir besonders gut gefallen solltest du dir dann weitere nachbestellen. Dadurch schaffst du immer gleichbleibende Bedingungen. Das ist sehr wichtig für einen guten Trainingserfolg.“

Auswahl nach Schwierigkeitsgrad: Es lebe die Überheblichkeit!

Wenn man sich Disc Golf Scheiben kaufen möchte und das Internet nach Angeboten durchstöbert, trifft man nicht selten auf Komplett Sets mit den Bezeichnungen „Anfänger“ und „Profi“ Set.

Da ist es ja wohl sonnenklar, dass 9 von 10 Männern ohne lange zu überlegen spontan zum „Profi“ Set greifen werden. Erst einmal hat man ohnehin schon voll Bock darauf mit den Dingern „abzurocken“. Und dann noch die nette extra Challenge, die Profi Scheiben zu bezwingen. „Wow! Doppelt geil! Ich kann es kaum erwarten!“ Und überhaupt – wie schwierig kann es denn bitte schön sein eine rundes „lächerliches“ 170 Gramm Stückchen Plastik durch die Luft zu werfen? Jedenfalls versteht es sich doch von selbst, dass man sich als angehender „Disc Golf Warrior“ irgendwie doch als so eine Art „Loser“ fühlen mag, wenn man sich nicht für das Profi Set entscheiden würde. 😉

Unsere Empfehlung: „Stärkere Scheiben führen nicht dazu, dass du weiter werfen kannst. Im Gegenteil: Lass es lieber langsam angehen. Das hilft dir nicht nur dabei weiter zu werfen, sondern ist auch noch viel besser für die gesunde Entwicklung deiner Wurftechnik.“

Mehr Infos über die Schwierigkeitsgrade von Disc Golf Scheiben findest du hier…

Auswahl nach Distanzklasse

Disc Golf Scheiben sind sehr gut mit Flugzeugen vergleichbar. Es gibt langsame, dafür aber sehr wendige Doppeldecker. Dann gibt es noch die schnellen und zugleich überaus gewandten Air Racing Maschinen. Die Spitze der Nahrungskette belegen die Überschall-Düsenjäger. Letztere sind zwar unglaublich schnell und können wahnsinnig große Distanzen in Windeseile überwinden. Dafür sind sie aber bei sehr langsamen Fluggeschwindigkeiten extrem träge und schlecht manövrierbar.

Stell dir einfach den „taumeligen“ Landeanflug eines Düsenjägers auf einen Flugzeugträger vor. Und dann stell dir vor, wie ein Doppeldecker die Landung meistern würde. Richtig – in dieser Disziplin ist der kleine antiquierte Doppeldecker dem High-Tech Jet um Lichtjahre überlegen.

Genauso verhält es sich mit Disc Golf Scheiben. Putter sind Doppeldecker, Mid-Ranges Air Racing Maschinen und Distance Drivers die Jets unter den Scheiben. Jede von ihnen erfüllt einen ganz bestimmten Zweck. Und teilweise sogar nur diesen einen bestimmten Zweck. So sind beispielsweise Distance Drivers praktisch nutzlos zum Putten. Und wirklich lange Drives mit einem Putter spielen? Viel Spaß dabei. 😉

Du brauchst also erst einmal mindestens 3 verschiedenen Scheiben für die unterschiedlichen Distanzen:

  • Kurze Entfernungen (0 – 40m): Putt & Approach Discs
  • Mittlere Entfernungen (40 – 80m): Mid-Range Discs
  • Weite Entfernungen (80m+): Distance Drivers

Je nachdem wie viel Geld du ausgeben möchtest bzw. wie fein deine Scheibenabstimmung sein soll kannst du auch noch einen Fairway Driver mit in dein Set aufnehmen. Diese sind ebenfalls für weite Würfe geeignet und sind leistungstechnisch zwischen Mid-Ranges und Distance Drivers einzuordnen.

Unsere Empfehlung: „Gönn dir zu Beginn am besten 4 verschiedene Scheiben – eine für jede Distanzklasse. Falls du den Sport zunächst einmal in Ruhe ausprobieren möchtest, würden zur Not auch ein Putter und eine Mid-Range für den Anfang vollkommen ausreichen.“ 

Weitere Infos über Distanzklassen gibt es hier…

Auswahl nach Flugstabilität

Während deiner Streifzüge über Deutschlands Disc Golf Fairways wirst du vor unzählige Herausforderungen gestellt werden. Mal musst du Linkskurven werfen, mal schnurstracks eine enge Baumallee meistern und ein anderes Mal wiederum führt nur eine harte Rechtskurve in Richtung Auffangkorb.

Nun ja – und da es Scheiben gibt, die eben genau diese zuvor beschriebenen Flugbahnen von Haus aus liefern (overstable = linkslastig, stable = gerade, understable = rechtslastig) ist es doch sehr naheliegend, sich für jede Flugrichtung und Entfernung eine spezielle Scheibe mit ins Set aufzunehmen. Oder?

Bei 4 Distanzklassen und jeweils 3 möglichen Wurfrichtungen (links, gerade, rechts) würde dein Set zu diesem Zeitpunkt bereits 12 Scheiben umfassen. Und genau bei dieser Überlegung spaltet sich die Disc Golf Community in zwei Lager.

Die „DJs“ haben in ihren Wagen und Rucksäcken wirklich teilweise mehr als 10 unterschiedliche Scheibenmodelle, die sie mal mehr und mal weniger einsetzen. Der Minimalist hingegen analysiert sein Spiel und versucht auf so viele Scheiben wie möglich zu verzichten.

Unsere Empfehlung: „Auch hier gilt – weniger ist manchmal mehr! Belasse es am besten erst einmal bei den 4 Scheiben für die einzelnen Distanzklassen. Lerne lieber die unterschiedlichen Wurfarten zu meistern und reize deine Scheiben voll aus. Erst wenn du feststellst, dass du gewisse Würfe mit den dir zur Verfügung stehenden Mitteln nicht hinbekommst, solltest du nach und nach gezielt dein Set um weitere Scheiben erweitern.“

Mehr Infos über die Flugeigenschaften von Discraft Produkten findest du hier…

Auswahl nach Gegenwind

Im Wind zu Golfen kann zu einer wahren Herausforderung werden. Und direkt in einen heftigen Gegenwind zu spielen ist die reinste Hölle – und das nicht nur für Anfänger! 😉 Falls du also mehr als nur „Just for Fun“ spielen möchtest, sondern auch für ernsthafte Wettkampfe vorbereitet sein möchtest, dann brauchst du womöglich für jede Distanzklasse noch eine weitere overstable Flugscheibe. Overstable Discs sind die einzige Möglichkeit, um mit harten Gegenwinden zurecht zu kommen.

Unsere Empfehlung: „Wahrscheinlich hast du dich ja bereits für stable und understable Discs entschieden. Gut gemacht! Diese sind für die meisten Spielerinnen und Spieler bei normalen Wetterbedingungen völlig ausreichend. Falls du jedoch mehr willst, dann solltest du dein Scheibenset um weitere overstable Discs erweitern. Discraft Challenger, Wasp, Zombee, Mantis und Crank sind hierfür besonders gut geeignet. Übrigens: Je höher das Scheibengewicht ausfällt, desto besser ist die Eignung für Gegenwind.“


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