Spiel mit Selbstvertrauen!

„Play with confidence“ – oder „Confidence in life means confidence on the course“ – also „Selbstvertrauen im Leben bedeutet Selbstvertrauen auf dem Parcours“ heißt es so oft in amerikanischen Disc Golf Videos namenhafter Pros. Aber wer im Disc Golf ernsthaft etwas erreichen möchte weiß, dass es manchmal um die eigene „Confidence“ nicht immer zum Besten bestellt ist. Diese Tipps können dir dabei helfen, deinen Ego schnell wieder auf „Vordermann“ zu bringen, wenn die Dinge mal wieder völlig den Bach runtergehen.

Jeder Mensch ist unterschiedlich und geht anders mit mentalen Krisen um. Während zum Beispiel einige Pros – wir wollen jetzt mal keine Namen nennen – mit regelrechten Aussetzern auf dem Fairway mit herumfliegenden Taschen und wildem Gefluche ihren Unmut freien Lauf lassen, verbergen besonnenere Spielerinnen und Spieler ihre negativen Gefühle. Eine Sache haben jedoch beide Spielertypen gemeinsam: Sie sind raus aus ihrem eigenen Spiel. Und genau an dieser Stelle wollen wir ansetzen.

Gefangen im Wettstreit mit dir selbst

Es gibt viele Gründe, um das eigene Selbstvertrauen schnurstracks in den Boden zu stampfen. In den meisten Fällen brechen die Egos, wenn die Würfe wieder einmal kürzer ausfallen als erhofft. Schließlich sieht man häufig genug in den Final Rounds der Disc Golf Pros, welches der aktuelle Leistungsstand von heute ist. Und es versteht sich von selbst, dass wir uns mit weniger unmöglich zufrieden geben können. 😉

Und dann gibt es noch diese pechschwarzen Tage an denen man durch mangelhafte Präzision im Wald förmlich jeden einzelnen Baum mitnimmt, der sich einem in dem Weg stellt. Im schlimmsten Fall verliert man sogar den eigenen Schwung und alles bisher so angenehm Vertraute fühlt sich auf einmal fremd und ungewohnt – ja sogar irgendwie falsch an.

Aber auch die Tage, an denen man selber 100 Prozent seiner eigenen Leistung bringt und die anderen Mitspieler einfach besser sind als man selbst, können einem gehörig die gute Laune verderben. Egal worum es sich handelt – in allen Fällen gibt es nur einen einzigen Grund für deinen gebeutelten Ego: Du konntest deinen eigenen Anforderungen nicht gerecht werden.

Finde deinen Weg aus der Krise

  • Löse dich von deinen Erwartungen! Befreie dich von deinem eigenen Leistungsdruck! Egal, ob du an einem Wettkampf teilnimmst, mit deinen Freunden auf Tour bist oder ganz alleine trainierst – leg die Scheiben aus der Hand und denke dir folgendes: „Hey – es ist nur ein Spiel. Und dieses Spiel soll mir Spaß machen. Es ist mein Spiel.“ Es gibt im Leben schon genügend Dinge, die dir Kopfschmerzen bereiten können. Sei es im Job, oder in der Schule. Auf dem Disc Golf Parcours hingegen sollst du frei sein – frei von jeglichen Zwängen, Einschränkungen und sonstigen negativen Gefühlen. Das ist das wichtigste überhaupt.
  • Erfreue dich an der Natur und seinen Lebewesen. Atme tief ein und wieder aus. Nimm die Gerüche der Pflanzen und Bäume wahr. Fühle den Boden unter deinen Füßen und lass dich durch die Lieder der Vögel besänftigen. Sei nicht hektisch, nimm dir Zeit für dein Spiel. Schließe für einen Moment deine Augen und werde ruhig – ganz ruhig. Entspanne dich und lass los. Punkte, Ergebnisse und die Leistungen der anderen spielen ab sofort keine Rolle mehr für dich.
  • Werde langsamer. Konzentriere dich auf deine Scheibe. Spüre ihre Form, ihr Gewicht und greife sie so, dass es sich gut für dich anfühlt. Sei entspannt und versuche deine Würfe mit möglichst wenig Kraft zu machen. Versuche nicht möglichst weit zu werfen, sondern konzentriere dich darauf, deine Scheibe möglichst lange in der Luft zu halten. Das ist ein großer Unterschied. Führe deine Ausholbewegung so langsam und weich wie nur irgendwie möglich aus. Werde noch langsamer.
  • Setze dir einfachere Ziele. Du steckst in der Krise und hast dich anscheinend etwas „übernommen“. Übe dich lieber etwas in Bescheidenheit und setzte deine Wurfziele für die nächsten Würfe bewusst kürzer. Gehe auf nun mal sicher und vermeide unnötiges Risiko. Du wirst sehen, ein paar gelungene „leichte“ Würfe können dir schnell wieder ein kleines Lächeln ins Gesicht zaubern und dir neues Selbstvertrauen schenken.
  • Quäle dich nicht unnötig. Selbstverständlich muss man auch beim Training mit zum Teil länger anhaltenden Misserfolgen klarkommen. Denn ohne etwas Schweiß und Blut kannst du deine Leistungen nicht steigern. Wenn du jedoch spüren solltest, dass eine spezielle Übung – wie zum Beispiel Weitwurf – an einem Tag einfach nicht gelingen will, ist es besser die Übung zu beenden und lieber mit etwas anderem weiterzumachen. Greif dir am besten einen deiner Putter und werfe ein paar lockere und sanfte Approaches auf 30 Meter.
  • Bleib am Ball. Mentale Krisen sind ein fester Bestandteil aller Sportarten. Manchmal dauern sie einige Stunden oder Tage – im schlimmsten Fall können sie sogar mehrere Monate anhalten. Und besonders leistungshungrige und ehrgeizige Sportlerinnen und Sportler sind in ihrem Streben nach vollständiger Perfektion besonders anfällig für negative Gedanken. Wenn du also langfristig im Disc Golf deine Leistung steigern möchtest, so darfst du niemals aufgeben. Es liegt alles in deiner Hand.

Eintrag zum Ehrenkodex: „Bleib fair! Disc Golf ist ein mentales Spiel. Und gerade wenn du gemeinsam mit guten Freunden unterwegs bist kannst du dir sicher sein, dass sie mit dir leiden, wenn dein Spiel schlecht für dich läuft. Daher solltest du – egal wie mies deine Laune auch ist – nie vergessen, dass deine Mitspieler auch ihren Spaß haben wollen und bestrebt darin sind, ihr eigenes Spiel zu machen. Sei kein schlechter Verlierer – auch wenn’s manchmal schwerfällt.“ 😉

Jede Krise macht dich stärker

Manchmal kann und will man eine Krise nicht mit psychologischen Ticks umschiffen, sondern muss sie durchleben. Gerade im Streben nach mehr Wurfweite ist das oftmals der Fall. So kann es dir durchaus helfen fernab aller guten Ratschläge einige hundert Drives mit brachialer Gewalt an einem einzigen Tag durchzurippen, bis du dann kurz vor dem Ende deines Trainings erschöpft feststellst, dass du mit 20 Prozent deiner Kraft und einer sauberen Technik mindestens genau so weit wie mit ungezügelter Gewalt werfen kannst.

Krisen und Leistungseinbrüche haben auch ihre Vorteile. Sie bieten Chancen für Verbesserungen. Jede bestandene Krise ist zugleich auch eine erfolgreich gemeisterte Herausforderung. Sie macht dich stärker, gestandener und hilft dir dabei dich mental und spielerisch weiterzuentwickeln. Und das Beste dabei – egal wie schlecht du deine eigene Leistung auch empfinden magst – du warst draußen und hast Sport gemacht.

Wie sind deine Erfahrungen mit Niederlagen? Ergeht es dir wie uns, oder bist du bisher befreit von negativen Gedanken davon gekommen? Und wenn nicht – was war deine schlimmste Zeit und wie bist du da raus gekommen?


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