Spieltaktik: Downhill sicher meistern!

Wenn du einmal das Privileg genießen solltest, einen hügeligen – oder gar bergigen – Parcours zu spielen, dann kannst du dich auf den maximalen Spaßfaktor einstellen! Jedoch steigt mit zunehmendem Höhenunterschied zwischen Tee und Auffangkorb nicht nur der Adrenalinfaktor, sondern ebenfalls auch die Gefahr, spielerische „Fehlentscheidungen“ zu treffen. In diesem Guide zeigen wir dir, wie du gängige Downhill Fehler vermeidest und das Terrain zu deinem Vorteil nutzt.

Des Disc Golfers Liebling

Wenn wir jetzt spontan die Frage: „Spielst du lieber bergauf oder bergab?“ in den Raum stellen würden, so wäre die Resonanz sonnenklar – 90 Prozent der Spielerinnen und Spieler würden sich mit freudiger Begeisterung spontan für „bergab“ entscheiden! Und der Hauptgrund dafür liegt auf der Hand:

  • Bei Bergabwürfen sind deinen Fähigkeiten keine Grenzen gesetzt. Du kannst mit einem Minimum an Kraftaufwand praktisch unbegrenzt weit werfen. Stell dir einfach vor, du stehst auf einer hohen Brücke und lässt deine Scheibe geschmeidig aus dem Handgelenk „gesnappt“ mehrere hundert Meter weit ins darunterliegende Tal hinabgleiten. Atemberaubend! 😉

Aber das ist nicht der einzige Grund. Allein schon die Aussicht von einem Berg oder einer Anhöhe aus erweckt in uns ein Gefühl der „Erhabenheit“ gefolgt von der erwartungsvoll gespannten Vorfreude auf den anstehenden Wurf. Downhill macht richtig Laune und eröffnet dir folgende Vorteile:

  • Je nach Höhenunterschied und Stärke des Gefälles können spielerisch Wurflängen von mehreren hundert Metern gelingen.
  • Im richtigen Winkel abgeworfen, beschleunigt deinen Disc von ganz alleine durch die Erdanziehungskraft. Dadurch kannst du deine Wurfbewegung sehr langsam und damit kontrolliert und präzise ausführen.
  • Und dann gibt es auch noch den psychologischen Aspekt: Die meisten von uns sehnen sich nach mehr Weite im Drive und sind frustriert, wenn wir unser Ziel „mal wieder nicht“ erreichen konnten. Downhill befreit uns von dieser „geistige Barriere“ und versorgt uns mit einem netten Vertrauensbonus in unsere Skills.

Die wichtigsten Downhill Fehler und wie du sie vermeidest

Trotz, oder gerade wegen der genannten Vorzüge solltest du Bergabwürfe keinesfalls unterschätzen oder auf die leichte Schulter nehmen! Denn genau so groß wie das Potenzial verhält sich auch das Risiko, dass dein Wurf „so richtig schön in die Hose geht“. 😉 Hier kommen die häufigsten „Downhill Fallen“:

  • Falscher Angriffswinkel. Der Klassiker: Anstelle deine Scheibe in einem negativen Winkel abzuwerfen, legst du sie auf eine gerade oder ansteigende Line. Die Folge: Du profitierst nicht von der Anziehungskraft der Erde und deine Scheibe wird nicht schneller. Stattdessen gewinnt sie mit jedem weiteren Flugmeter zunehmend an Höhe. Wenn deiner Disc dann – früher oder später – die erforderliche Fluggeschwindigkeit ausgeht, wechselt sie in die Low Speed Fade Phase und wird sehr, sehr weit zur Seite ausbrechen – oder „ausfaden“ wie es im Disc Golf Fachjargon heißt. Je nach Breite und Beschaffenheit der jeweiligen Bahn kann das schnell mal das ein oder andere äußerst unliebsame Extrawürfchen zur Folge haben.

Tipp: „Spiele deine Scheibe in einem negativen Angriffswinkel ab. Dadurch gewinnt sie an Speed und du kannst eine übermäßige rechts/links Abweichung aktiv vermeiden. Zugleich kannst du bei entsprechendem Gefälle mit wenig Aufwand weiter und zugleich präziser Werfen.“

  • Falsche Scheibenwahl. Während du bei einem langen 100 Meter Wurf auf ebenerdigen Terrain sicherlich eine High Speed Disc wählst, ist das für einen Downhill Drive auf die gleiche Entfernung wahrscheinlich die falsche Entscheidung. Denn mangelt es deiner Scheibe an Speed, so wird sie alsbald den Fade-Ausreißer zur Seite vornehmen. Somit fällt das „langsam den Berg hinuntergleiten lassen“ schon mal weg. Und wenn du deine Disc mit ordentlich „Druck“ auf die Reise schickst – spätestens, wenn sie am Boden ankommt, wird der Aufprall alles andere als „sanft“ erfolgen. Massive Skips, ellenlange Slides und ein unnötiges Überwerfen des Ziels sind so gut wie vorprogrammiert.

Tipp: „Eine goldene Regel beim Disc Golf besagt, dass du stets das kleinste geeignetste Werkzeug mit dem geringstmöglichen Krafteinsatz spielen solltest. Das trifft ganz besonders auf Downhill Würfe zu. Ein Putter oder Mid-Range reichen vollkommen aus, um im steilen Gefälle sehr lange Distanzen zu überwinden! Wichtig: Dennoch solltest du besonders bei Kurz- und Mitteldistanzscheiben (insbesondere bei Gegenwindsituationen) darauf bedacht sein, dass deine Scheibe über ausreichend Flugstabilität verfügt, um der gravitationsbedingten Beschleunigung zu trotzen.“

  • Falsches Bodenziel: Viele Spielerinnen und Spieler arbeiten bei der Planung ihrer Line mit drei unterschiedlichen Zielpunkten: (1) Das Luftziel. Das ist ein bestimmter Zielpunkt in der Luft, den deine Scheibe in einem bestimmten Winkel durchfliegen soll. Dieser wird oftmals auf der Hälfte der Wurfstrecke gesetzt, oder für die Bewältigung „kritischer Passagen“ genutzt. (2) Das Bodenziel oder auch Landepunkt. Hierbei handelt es sich wie der Name schon sagt um die Stelle, auf der deine Scheibe nach ihrem Flug zum ersten Mal Bodenkontakt bekommt. (3) Der Ruhepunkt. Das ist die Position, auf der deine Scheibe letztendlich liegen bleibt. Und genau hier liegt eine der großen Herausforderungen bei Downhill Fairways. Sie verhalten sich sehr viel schneller, als sie sich – bei identischer Beschaffenheit – ebenerdig verhalten würden. Deine Scheibe rutscht und springt also gut und gerne 20 bis 30 Meter weiter und begünstigt somit ein ungewolltes Überspielen des Korbes.

Lösung: „Setzte dein Bodenziel deutlich kürzer an! Besonders auf Bahnen, bei denen das Gefälle nicht mit dem Auffangkorb endet, ist besondere Achtsamkeit geboten. Und auch hier gilt: Je höher die gespielte Distanzklasse und je kraftvoller der Wurf, desto höher die Differenz zwischen Bodenziel und Ruhepunkt.“

Ungewohnter Bewegungsablauf

Bei Downhill Würfen gibt es genau zwei unterschiedliche Ausgangssituationen. Entweder du wirfst von einem ebenerdigen Tee-Pad aus (Option A), oder du hast bereits einen oder mehrere Würfe gemacht und musst deinen Wurf mitten aus einem Gefälle ausführen (Option B). Beide Varianten stellen dich vor eine besondere spielerische Herausforderung: Die überaus ungewohnte Ausführung deiner Wurftechnik!

  • Option A: Beim Abwurf vom Tee-Pad besteht folgendes Problem: Um bergab zu werfen, musst du deine Disc in einem negativen Angriffswinkel abwerfen. Und selbst wenn du über viel „Felderfahrung“ verfügst – der dafür erforderliche Bewegungsablauf ist extrem ungewohnt und schwierig in der Umsetzung. Denn um den gewünschten Abwurfwinkel zu erzielen, ist es erforderlich, dass du deine Ausholbewegung oberhalb deiner Schulter ansetzt! Die große Gefahr dabei besteht darin, ganz intuitiv den Arm zum Ende der Ausholbewegung wieder nach oben zu ziehen. Also sozusagen in einer „U“ Form zu schwingen. Das Resultat: Anstelle des flachen Wurfes machst du einen „Moon-Shot“ mit den entsprechenden negativen Konsequenzen.

Tipp: „Konzentriere dich hauptsächlich auf die Einhaltung des geplanten Abwurfwinkels. Führe die Ausholbewegung langsam und bedacht aus. Mach vor deinem Wurf ein paar lockere Probeschwünge, um dich mit dem Bewegungsablauf vertraut zu machen. Verlagere dein Gewicht beim Abwurf hauptsächlich auf dein vorderes Bein und versuche deinen Körper in die Abwurfrichtung hineinzulegen. Verzichte im Zweifelsfall auch auf deinen Anlauf, da die Ausführung aus der Bewegung heraus deutlich schwieriger und fehleranfälliger ist, als aus dem Stand.“

  • Option B: Die gute Nachricht beim Werfen aus einem steil abfallenden Hang ist, dass du dir über die Frage, ob du mit oder ohne Anlauf werfen solltest keine Gedanken machen musst. 😉 Die schlechte Nachricht ist, dass du es nicht nur mit einer schwierigen Standsituation zu tun hast, sondern zusätzlich auch noch mit der Winkelproblematik zu kämpfen hast.

Tipp: „Verschaffe dir zunächst einen möglichst festen und sicheren Stand! Versuche dich in lockeren Untergründen mit deinen Füßen in den Boden „einzustampfen“. Gleichzeitig kann dir ein breiter Stand dabei helfen, beim Werfen nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Dein Gewicht solltest du während der gesamten Ausholbewegung am besten auf deinem hinteren Fuß belassen. Ansonsten gilt auch hier der gleiche Downhill Ablauf wie beim Abwurf vom Tee-Pad. Konzentriere dich auf die Einhaltung deines Abwurfwinkels!“

Best Practice

Downhill macht einen Heidenspaß! Und eine perfekt abgeworfene Scheibe auf ihrem langen Flug zu beobachten, ist ein erhabenes Glücksgefühl. Dennoch ist bergab stets eine besondere Achtsamkeit geboten!

Das Wichtigste ist, dass du dir vor deinem Wurf genau überlegst, welcher Abwurfwinkel für dich den besten Erfolg verspricht. Wäge ab, ob du dich für die „sanft Hinuntergleiten“ Variante entscheidest und dabei deiner Scheibe gerade so viel Kraft mitgibst, dass die Erdanziehungskraft den Rest erledigt. Oder, ob du deine Scheibe doch lieber härter und schneller auf die Reise schickst, damit für mehr „Sicherheit“ in der Luft sorgst und dafür einen harten und erbarmungslosen Impact in Kauf nimmst.

Wofür du dich auch entscheidest, die Einhaltung des richtigen Angriffswinkels ist absolut entscheidend für deinen Erfolg. Und ansonsten heißt es einfach: Üben, ausprobieren und Spaß haben. 😉


Füge einen Kommentar hinzu

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.