Endlich so richtig gut werden!

Disc Golf ist easy – einfach Scheiben einstecken, mit ein paar guten Freunden losziehen und der Spaß ist so gut wie vorprogrammiert. Und das Beste daran, du musst noch nicht einmal eine Sportskanone sein, um anderen zu zeigen, wo der Hammer hängt. 😉 Allerdings ist irgendwann für jeden von uns einmal der Punkt erreicht, an dem die eigene Leistung einfach nicht mehr besser werden will.

Schweißtreibende extra Trainingseinheiten können dir bei der Lösung dieses Problems nicht wirklich weiterhelfen. Im Gegenteil – sie können die Sache sogar noch verschlimmern. Was du brauchst ist etwas anderes: Veränderung!

Das Glas muss leer sein, um es neu zu füllen.

Menschen sind Gewohnheitstiere. Routine spielt für uns eine wichtige Rolle. Ohne sie könnten wir unseren Lebensalltag kaum bestreiten. Und auch im Disc Golf ist Routine ausschlaggebend. Denn durch wiederholte Ausführung einer Wurfbewegung trainieren wir unser Muskelgedächtnis. Das können wir im Feld dann später abrufen. „Wir erinnern uns sozusagen an einen Wurf.“

Gleichzeitig verhindert Routine aber auch Veränderung. Sie verleitet uns dazu, die Dinge zu tun, wie wir sie gelernt und schon immer getan haben. Das macht sie zum größten Feind der Verbesserung.

Verbesserung bedeutet neues auszuprobieren, Timings, Druckpunkte und mühsam antrainierte Bewegungsabläufe neu zu gestalten. Es geht darum, alles zu verlernen und dann auf andere Art und Weise neu zu erlernen.

„Wie soll das funktionieren?“ Ganz einfach – besorg dir kurz Stift und Zettel und schreibe folgenden Satz dreimal hintereinander auf:

„Ich bin bereit dazu, noch einmal ganz von vorne anzufangen.“

Aber Stopp, bevor du beginnst! Als Rechtshänder schreibst du den Satz bitte mit links und als Linkshänder dementsprechend mit rechts! Keine Ausreden, ein: „Brauche ich nicht, ich kann mir so schon vorstellen wie es sich anfühlt“ reicht nicht aus. …Und? Wie sieht’s aus – hast du es hinbekommen? 😉

Alles eine Frage der richtigen Einstellung!

Viele Spielerinnen und Spieler gehen davon aus, dass beim „besser werden“ die Leistungskurve konstant nach oben geht. Das ist ein Irrglaube. Denn in dem Moment, in dem du deine gewohnte Routine verlässt und größere Änderungen an deiner Wurftechnik vornimmst, entwickeln sich die Dinge erst einmal nur in eine Richtung: Bergab!

Präzision und Treffsicherheit gehen in den Keller, Putts verfehlen ihre Ziele und die Discs fliegen wieder einmal in alle Himmelsrichtungen. Das kann in einem leicht den Anschein erwecken, etwas „falsch“ zu machen.

Aus Angst das eigene Können zu verlieren, kehrt man ehe man sich versieht schnurstracks wieder zur gewohnten Wurfweise zurück. Zack! Und wieder einmal hat die Routine die Überhand behalten und die Veränderung ist fürs erste vertan.

Was hingegen wirklich zählt, ist einzig und allein der Wille und die Ausdauer, dem „Misserfolg“ standzuhalten, ihn komplett auszublenden – oder besser noch, ihn gar nicht erst aufkommen zu lassen. Veränderung braucht Zeit, um eine echte Chance zu haben.

Tipp: „Falls du während oder nach einer Technikumstellung auf einmal Schmerzen verspüren solltest, sei es im Arm, Schulter, Rücken oder Knie, dann machst du etwas falsch. Schmerzen sind ein Alarmsignal deines Körpers. Egal wie gut dein Wurfresultat auch sein mag – du musst weitersuchen und einen anderen Weg für dich finden.“

Über den Unterschied zwischen Veränderung und Training

Ein Zitat aus einem unserer Lieblings-Videospiele „The Witcher 3“ bringt es genau auf den Punkt: „Trainiere niemals alleine, denn das verstetigt nur die Fehler!“ Und genauso sieht es aus. Wenn deine Technik fehlerbehaftet ist, bringen dir auch noch so viele Wiederholungen keinen Fortschritt. Im Gegenteil: Je öfter du einen Fehler wiederholst, umso tiefer brennt sich dieser in deine Routine ein und umso schwieriger wird es für dich, ihn wieder loszuwerden.

Dein Ziel sollte es sein, möglichst rasch die richtige und für dich passende Wurf-Routine zu entdecken. Dafür brauchst du Hilfe! Such dir am besten jemanden, der die Technik gut beherrscht und dir dabei hilft, deinen Stil zu verbessern. Je erfahrener der Trainer und je intensiver die Hilfestellung, desto größer ist dein Erfolg.

Wenn du dann „deinen“ persönlichen Schwung gefunden hast geht es darum, ihn zu verfestigen – also zu routinieren. Achte dabei immer wieder darauf, dass dein Bewegungsablauf richtig ist.

Oder doch lieber auf „die harte Tour“?

Einige Spielerinnen und Spieler bevorzugen es, sich der Herausforderung lieber ganz alleine zu stellen. Diese Einstellung schätzen wir sehr, da sie unserer Hyzer Disc Golf Shop Philosophie voll entspricht. Forschen, ausprobieren und entdecken heißt es dann. Falls du dich für diesen Weg entscheidest, sei dir aber über folgende Konsequenzen bewusst:

  • Dein Lernweg wird hart und steinig werden.
  • Du wirst viel langsamer lernen, als du es in einer Gruppe tun würdest.
  • Die Gefahr, dir „falsche“ Technikabläufe anzueignen und zu verstetigen wächst immens.

Den Weg alleine zu bestreiten, eröffnet dir aber auch wertvolle Vorteile:

  • Du entwickelst mehr eigene Gedanken, Ideen und Erfahrungen.
  • Eine selbst erarbeitete Erfahrung ist sehr viel intensiver und mehr wert als eine beigebrachte.
  • Auch Fehler sind wertvolle Erfahrungen, die dich in deinem Bestreben, ein besserer Golfer zu werden, voran bringen werden.

Den harten und langen Weg zu gehen, festigt deine mentale Stärke und Entschlossenheit. Du lernst mit Misserfolgen klar zu kommen. Das härtet dich ab und gibt dir außergewöhnlich hohe mentale Kraftressourcen für deine Wettkämpfe.

Tipp: „Finde die für dich richtige Balance zwischen Gruppenspiel und Einzeltraining. Lerne von Experten und trainiere dann auch alleine. Denn wenn du alleine spielst, gibt es nur dich, die Scheibe und den Wurf. Nichts und niemand lenkt dich ab und du wirst eins mit dir und deinem Schwung.“

Überwinde die alten Muster und Gewohnheiten

Eine Sache, die man tausend, zehntausend oder gar hundertausendmal wiederholt hat auf einmal anders zu machen, ist leichter gesagt als getan! Diese besonderen Übungen werden dir dabei helfen, deine Routine aufzubrechen:

  • Wechsel deinen Wurfarm! Wenn du Rechtshänder bist – wirf doch mal eine ganze Trainingseinheit nur mit links! Mach dich allerdings auf einiges gefasst, denn das kostet so richtig Nerven. 😉 Allerdings bietet dir diese Übung die Chance, mit Disc Golf noch einmal ganz von vorne anzufangen! Das ermöglicht dir wertvolle neue Einblicke in die – ansonsten tief in deiner Routine verborgenen – Abläufe deiner Wurftechnik.
  • Trainiere mit geschlossenen Augen! WTF – Blind werfen?!? Genau, denn es gibt kaum eine effektivere Möglichkeit, um die Routine auszutricksen. Aber Achtung: Diese Übung ist ausschließlich an Orten möglich, an denen du viel Platz hast und keine anderen Menschen sind! Wir haben mit dieser Übung (welche wir bei Technikumstellungen bereits viele Stunden mit gutem Ergebnis angewendet haben) die besten Ergebnisse mit Mid-Range Discs gemacht. Und so funktionierts: Kurzer Check, ob wirklich niemand in Wurfrichtung ist, dann die Augen schließen und einfach werfen. Öffne deine Augen erst, wenn die Disc deine Hand bereits verlassen hat. Das machst du nicht zur Bewertung deiner Würfe, sondern ausschließlich, um nicht zu viel Zeit mit Scheibensuchen zu vergeuden. Du wirst erstaunt darüber sein, wie sehr viel stärker und intensiver deine Wurfempfindung ist! Das ermöglicht dir intensive und klare Einblicke in deine Routine, wie du sie mit geöffneten Augen womöglich niemals erfahren könntest.

Wichtig: „Trainiere während deiner Technikumstellung stets ohne Auffangkorb, anderweitige Ziele und Wertung! Du kannst nicht deine Technik umstellen, wenn du dich gleichzeitig auch noch auf das Ergebnis deiner Würfe konzentrierst. Nur wenn du deine Würfe keiner Wertung unterziehst, verhinderst du Misserfolge, negative Empfindungen und schaffst optimale Voraussetzungen für wirkliche Veränderung. Um zu dir selbst zu finden, solltest du diese Übungen am besten ganz alleine machen.“ 

Best Practice

Routine aufzugeben, ist eine knifflige Angelegenheit. Denn es bedeutet Können aufzugeben und wieder von vorne anzufangen. Gleichzeitig ist es jedoch die einzige Chance für echte Weiterentwicklung. Bleib also immer am Ball und lass dich von vermeintlichen „Rückschritten“ nicht entmutigen.

Die Suche nach „deinem“ persönlichen Schwung ist schwierig und kann Jahre dauern. Disc Golf ist ein Irrgarten mit unzähligen Abzweigungen und unterschiedlichen Wegen. Viele davon werden dich in Sackgassen führen. Und gerade wenn du glaubst, deinen Weg gefunden zu haben… dann verändert sich wieder etwas – zum Beispiel durch eine neue Scheibenwahl – und der Zyklus des Vergessens und neu Erlernens beginnt von neuem.

Das wichtigste von allem ist jedoch, dass du dich in Zeiten der Umstellung von deinen Erwartungshaltungen löst. Denn die Bereitschaft, zunächst schlechter zu werden, um dann endlich besser zu werden, entscheidet darüber, ob du ein „Durchschnittsspieler“ bleibst, oder ob aus dir ein richtig guter Disc Golfer wird!


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